Früherkennungsuntersuchungen für Kinder


Durch Früherkennungsuntersuchungen sollen mögliche Gefahren für die Gesundheit unserer Versicherten abgewendet werden. Die BKK trägt daher die Kosten der ärztlichen Maßnahmen, die insbesondere darauf gerichtet sind: 

  • Verdachtsfälle eingehend zu diagnostizieren,

  • erkannte Krankheiten rechtzeitig zu behandeln und

  • Änderungen gesundheitsschädigender Verhaltensweisen frühzeitig zu bewirken.

Die Kinderuntersuchungen dienen der Früherkennung von Krankheiten, die eine normale körperliche oder geistige Entwicklung des Kindes in nicht geringem Maße gefährden.


Übersicht der Untersuchungen

U1 Neugeborenen-Erstuntersuchung - unmittelbar nach der Geburt
Der Arzt achtet auf lebensbedrohende Zustände und augenfällige Schäden und prüft vor allem den Herzschlag, die Atmung, die Reflexe beim Absaugen, die Bewegung und die Hautfarbe.

U2 Neugeborenen-Untersuchung - 3. bis 10. Lebenstag
Hier wird noch einmal nach möglichen Schäden gefahndet. Aus der Ferse wird ein Tropfen Blut entnommen, um vorliegende Stoffwechselstörungen entdecken zu können. Die Organe des Kindes werden überprüft. Die Rachitisvorbeugung setzt am Ende der ersten Lebenswoche ein.

U3 Untersuchung in der 4. bis 5. Lebenswoche
Hier wird geprüft, ob das Kind normal gedeiht und seine Ernährung altersgemäß ist. Der Arzt achtet auf Krankheiten des Körpers und des Nervensystems. Abhängig vom Bundesland erfolgt noch ein Screening auf Hüftdyplasie und -luxation. Ernährungshinweise im Hinblick auf Mundgesundheit.

U4 Untersuchung im 3. bis 4. Lebensmonat
Gedeihen und Verhalten des Kindes werden überprüft und die Eltern werden zur Ernährungsweise befragt. In dieser Untersuchung geht es aber vor allem um Bewegungsstörungen, deren Behandlung schon zu diesem Zeitpunkt eingeleitet werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt beginnt auch das Impfprogramm der BKK (s. Schutzimpfungen).

U5 Untersuchung im 6. bis 7. Lebensmonat
In dieser Zeit prüft der Kinderarzt, ob sich das Kind allein von der Rücken- in die Bauch- und Seitenlage dreht, ob es Schwierigkeiten beim Trinken und Füttern hat und ob seine Entwicklung altersgemäß verläuft, insbesondere der Blickkontakt und Reaktionen auf Geräusche. Ebenso erfolgen Hinweise zu Mundhygiene und zahnschonender Ernährung.

U6 Untersuchung im 10. bis 12. Lebensmonat
Das Hören und Sehen werden genau geprüft. Das Sprechen beginnt und einige Kinder können schon laufen. Neben der körperlichen Untersuchung wird darauf geachtet, ob sich das Kind für Dinge und Menschen in seiner Umgebung normal interessiert. Der Arzt gibt Hinweise zur Zahnpflege.

U7 Untersuchung im 21. bis 24. Lebensmonat
Jetzt untersucht der Arzt neben der körperlichen Entwicklung und der Beurteilung der Sinnesorgane, ob das Kind eine altersgemäße Sprache hat, einfachen Aufforderungen nachkommen kann und ob sonstige Verhaltensauffälligkeiten vorliegen.

U7a Untersuchung im 34. bis 36. Lebensmonat
Durch diese Untersuchung sollen möglichst frühzeitig Sehstörungen bzw. deren Risikofaktoren erkannt werden. Ebenso werden die Motorik, die Sprache sowie die Brust-, Bauch-, Sinnes- und Geschlechtsorgane Ihres Kindes untersucht. Des Weiteren wird nach evtl. Entwicklungs- und Verhaltensstörungen geschaut.

U8 Untersuchung im 46. bis 48. Lebensmonat
Spätestens jetzt gilt es, Hör- und Sehstörungen zu erkennen und Ungeschicklichkeiten in der Bewegung zu entdecken. Neben der körperlichen Untersuchung wird beachtet, ob das Kind altersentsprechend - das heißt mit richtigen Sätzen - spricht.

U9 Untersuchung im 60.-64. Lebensmonat
Hier gilt es Krankheiten, Entwicklungsverzögerungen und Fehlfunktionen der Sinnesorgane zu erkennen. Insbesondere Kinder, die mit 4 Jahren noch zu schüchtern waren und nicht vollständig mitarbeiteten, können jetzt präzise untersucht werden. Seh-, Hör- und Sprachstörungen müssen so bald wie möglich behandelt werden.

U10. Untersuchung - zwischen dem 7. und 8. Lebensjahr
Die U 10 ist die erste zusätzliche Früherkennungsuntersuchung im Schulalter. Sie soll eine große Lücke zwischen den bisherigen Terminen (U9 mit 5 Jahren und J1 mit 12 bis 14 Jahren) schließen, um eine bessere Prävention in dieser, für die Entwicklung des Kindes entscheidenden Altersstufe zu ermöglichen. Hier gilt es umschriebene Entwicklungsstörungen zu erkennen und zu behandeln. Dazu gehören z.B. Lese- Rechtschreibstörungen, Rechenstörungen, Adipositas, Störungen der motorischen Entwicklung sowie Verhaltensstörungen (z.B. ADHS).

U11. Untersuchung - zwischen dem 9. und 10. Lebensjahr
Diese Vorsorgeuntersuchung umfasst folgende Schwerpunkte: Erkennen von Schulleistungsstörungen und Einleitung einer Behandlung, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien, gesundheitsschädigendes Medienverhalten, Förderung von Bewegung- und Sport, Erkennen und Verhindern eines problematischen Umgangs mit Suchtmitteln und Unterstützung eines gesundheitsbewussten Verhaltens (u.a. Ernährungs-, Bewegungs-, Stress-, Sucht- und Medienberatung).

J1. Jugendgesundheitsuntersuchung zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr
Hier wird neben der üblichen Befragung des Jugendlichen zu bisherigen Krankheiten auch über gesundheitsgefährdendes Verhalten (Drogen- oder Alkoholkonsum, Rauchen sowie Fragen über sexuelle Kontakte) gesprochen. Darüber hinaus wird der derzeitige Impfstatus (s. Schutzimpfungen) erhoben. Ebenso gibt es Empfehlungen zu einer ausreichenden Jodzufuhr.

J2. Jugendgesundheitsuntersuchung zwischen dem 16. und 17. Lebensjahr
Bei den Jugenduntersuchungen ist die J1 fester Bestandteil des gesetzlichen Leistungskataloges. Darüber hinaus haben wir, (wie auch bei den U7a, U10 und U11 Untersuchungen), in mehreren Bundesländern Verträge für eine zusätzliche Jugenduntersuchung, die J2. Bei dem Gesundheitsscheck für Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren, geht es vor allem um eine pubertätsbegleitende Beratung. Dabei sollen auch Sozialisations- und Verhaltensstörungen erkannt werden. Außerdem untersuchen die Ärzte Gewicht und Körperhaltung der Jugendlichen.
Um unseren Versicherten diese Untersuchung bundesweit zu ermöglichen, übernehmen wir ab sofort auch hier 100 % der entstandenen Aufwendungen bis zu 50 Euro für die Untersuchung.


Zusätzliche Zahn-Früherkennungsuntersuchung
Die erste zahnärztliche Kinderfrühuntersuchung, die Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten aufdecken soll, erfolgt in der Zeit vom 30. bis 42. Lebensmonat. Eine zweite Untersuchung soll in der Zeit vom 49. bis 72. Lebensmonat vorgenommen werden. Wesentliche Inhalte dieser Untersuchungen sollen sein:

  • Inspektion der Mundhöhle,

  • Einschätzung des Kariesrisikos,

  • Ernährung- und Mundhygieneberatung,

  • Empfehlung geeigneter Fluoridierungsmittel zur Schmelzhärtung (z.B. Zahnpasta etc.) und

  • Abgabe oder Verordnung von Fluoridtabletten.

Kinder mit hohem Kariesrisiko erhalten ab dem 30. Lebensmonat in regelmäßigen Abständen Fluoridlack zur Kariesvorbeugung.

Die Früherkennungsuntersuchungen werden überwiegend von Kinderärzten durchgeführt. Die Untersuchungen Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten werden von Zahnärzten durchgeführt.


Abrechnung über Krankenversichertenkarte
Die Abrechnung der Untersuchungen erfolgt durch die Krankenversichertenkarte. Dabei genügt für die erste Untersuchung nach der Geburt die Krankenversichertenkarte eines Elternteils; dies gilt auch noch für die 2. Untersuchung, wenn zu diesem Zeitpunkt noch keine eigene Krankenversichertenkarte für das Neugeborene vorliegen sollte.


Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche
Die BKK zahlt natürlich auch die notwendigen Impfungen. Hierbei richten wir uns nach den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten, sollten nach Möglichkeit Kombinationsimpfstoffe verwendet werden.

Die Erfahrung zeigt, dass Impfungen, die später als empfohlen begonnen oder für längere Zeit unterbrochen wurden, häufig nicht zeitgerecht fortgesetzt werden. Bis zur Feststellung und Schließung von Impflücken, z. B. bei der Schuleingangsuntersuchung, verfügen unzureichend geimpfte Kinder nur über einen mangelhaften Impfschutz.

Wegen der besonderen Gefährdung in der frühen Kindheit muss es daher das Ziel sein, unter Beachtung der Mindestabstände zwischen den Impfungen, möglichst frühzeitig, d. h. bis zum Ende des 15. Lebensmonats, die empfohlenen Impfungen durchzuführen. Noch vor Schuleintritt ist für einen vollständigen Impfschutz Sorge zu tragen und spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (d. h. bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag) sind bei Jugendlichen versäumte Impfungen nachzuholen.


Weitere Informationen zum Thema Impfen finden Sie in der Rubrik Medizin & Gesundheit > Impfen.


Noch Fragen?

Wir beraten Sie gerne ausführlich und individuell.

Ihre Ansprechpartner A-K
Ihre Ansprechpartner L-Z


Copyright © 2017 BKK Deutsche Bank AG, Düsseldorf