Hausnotrufsysteme

Pflegebedürftige haben nach dem Pflegeversicherungsgesetz Anspruch auf die Versorgung mit technischen Pflegehilfsmitteln, wenn dadurch eine selbständigere Lebensführung und die Gestaltung des Alltags ohne ständige Überwachung ermöglicht werden. Ein Hausnotrufgerät sorgt im Notfall dafür, dass eine Notrufzentrale alarmiert wird - sogar dann, wenn der Hilfebedürftige selbst nicht mehr sprechen kann. Mit einem Hausnotrufgerät können Pflegebedürftige ihren Alltag besser bewältigen, für pflegende Angehörige ist es eine große Beruhigung und Entlastung.

Versicherte haben Anspruch auf eine Kostenbeteiligung der Pflegekasse bei einem Hausnotrufgerät,

  • wenn sie Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung erhalten,
  • wenn sie ganz oder über weite Teile des Tages allein leben,
  • wenn sie mit handelsüblichen Telefonen keinen Hilferuf absetzen können und
  • wenn aufgrund des bisherigen Pflegeprozesses jederzeit eine lebensbedrohliche Zustandsverschlechterung zu erwarten ist.

Bei Erfüllung der genannten Voraussetzungen können wir uns an den Kosten der Anschlussgebühr sowie der monatlichen Mietkosten beteiligen.

Der Zuschuss zur Installation des Hausnotrufsystems beträgt einmalig 10,23 EUR (10,49 EUR*). An den Mietkosten beteiligen wir uns monatlich mit einer Pauschale von 17,90 EUR (18,36 EUR*).
(*= Abhängig vom Vertrag des Anbieters)

Bitte setzen Sie sich vor Vertragsabschluss mit einem Hausnotrufanbieter mit uns in Verbindung.


Die Funktionsweise von Hausnotrufgeräten
Das Hausnotrufgerät besteht aus einer Teilnehmerstation und aus dem so genannten Funkfinger. Die Teilnehmerstation ist über das Telefonkabel mit einer Hausnotrufzentrale verbunden. Es gibt sie als Zusatzgerät zum ganz normalen Telefon oder als Ersatz für das bisherige Telefon. Mit der Teilnehmerstation kann der Hausnotrufdienst angerufen werden. Man kann sie aber auch als ganz normales Telefon benutzen.

Der Funkfinger ist ein kleiner Alarmknopf, den man entweder am Handgelenk oder an einer Halskette in der Wohnung mit sich herumtragen kann. So ist rund um die Uhr und von jeder Stelle der Wohnung aus die Hausnotrufzentrale zu alarmieren. Der Funkfinger ist wasserdicht und stoßfest und damit immer funktionsfähig.

Drückt man den Alarmknopf, erhält die Notrufzentrale ein Signal und erkennt, wer den Alarm ausgelöst hat. Die Zentrale holt sofort die notwendige Hilfe herbei. Dazu verfügt sie über einen vorher mit dem Pflegebedürftigen und seinen Angehörigen abgesprochen Maßnahmenplan. Auch die Telefonnummern von Familienmitgliedern, Freunden oder Nachbarn, die in der Nähe wohnen und einen Schlüssel zur Wohnung des Pflegebedürftigen haben, sind dort notiert. Bei Herz- oder anderen Risikopatienten alarmiert die Notrufzentrale auch einen Rettungswagen oder den Notarzt.

Hausnotrufgeräte lassen sich auf bestimmte Rufnummern programmieren. Der Pflegebedürftige kann somit z. B. selbst bestimmen, ob die Notrufzentrale erst an zweiter, dritter oder vierter Stelle alarmiert werden soll und wer vorher anzurufen ist. Technisch ist es sogar möglich, dass die Notrufzentrale oder die pflegenden Angehörigen mit dem Hausnotrufgerät in die Räume des Pflegebedürftigen "hineinhören", um festzustellen, ob alles in Ordnung ist.


Die Anbieter von Hausnotrufgeräten
Hausnotrufgeräte werden sowohl von der Freien Wohlfahrtspflege als auch von privaten Organisationen angeboten. Sie sind in Normalausführung oder als Komfort-Telefone erhältlich. Bei den Serviceleistungen gibt es ebenfalls die Wahl zwischen Grund- und Komfortleistung. Zur Komfortleistung gehören beispielsweise auch Botendienste. Da jede Leistung ihren Preis hat, empfiehlt sich zuerst die Überlegung, ob überhaupt und für welche zusätzlichen Leistungen das eigene Geld ausgegeben werden soll, und dann ein Vergleich der verschiedenen Angebote.


Vorsicht vor Direkt-Angeboten
Leider kommt es immer wieder vor, dass Anbieter von Hausnotrufgeräten sich direkt an Pflegebedürftige wenden und mit ihnen Verträge abschließen, die dann eine monatliche Eigenbeteiligung des Versicherten zur Folge haben. Solche Verträge können zwar bei der nächsten Gelegenheit wieder gekündigt werden, aber zunächst einmal entstehen unnötige Kosten. Pflegebedürftige sollten also keinesfalls unbesehen Verträge von Lieferanten unterschreiben.


Situation in betreuten Wohnanlagen
Betreute Wohnanlagen sind vielfach mit fest installierten Hausnotrufgeräten ausgestattet. Für diese Geräte kann unsere Pflegekasse keine Mindest-Standards garantieren und keine Verträge abschließen. Das bedeutet, dass wir uns auch nicht an den Kosten beteiligen.


Technische Mindest-Standards

  • Selbsttestfunktion, die mindestens einmal wöchentlich alle Funktionen automatisch überprüft
  • Raumüberwachungsfunktion, mit der auch ein "Hineinhören" in Räume möglich ist
  • Stromausfallsicherung
  • Schutz des Funkfingers gegen Spritzwasser


Grundleistungen

  • Aufstellung und Inbetriebnahme des Hausnotrufgerätes
  • Anschluss an einen bereits vorhandenen Telefonanschluss mit entsprechender Telefondose oder Adapter
  • Einweisung des Pflegebedürftigen sowie aller an seiner Betreuung beteiligten Personen in den Gebrauch des Hausnotrufgerätes
  • Überprüfung der Betriebsbereitschaft des Hausnotrufgerätes
  • Gewährleistung der einwandfreien Beschaffenheit und technischen Funktionsfähigkeit
  • Beseitigung von Mängeln durch eine kostenlose Instandsetzung oder den Ersatz des Gerätes spätestens nach 2 Werktagen
  • 24-Stunden-Besetzung der Notrufzentrale
  • Abstimmung eines Maßnahmenplans
  • Programmierung der im Notfall anzuwählenden Rufnummern und deren Reihenfolge
  • Einleitung der erforderlichen Maßnahmen entsprechend der jeweiligen Situation

Wenn Sie zu den Leistungen der Pflegeversicherung weiteren Rat und Hilfe benötigen, wenden Sie sich bitte an die Kundenbetreuer der BKK-Pflegekasse.

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