Zusätzliche Betreuungsleistungen

Viele Pflegebedürftige brauchen nicht nur Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität und der hauswirtschaftlichen Versorgung. Sie benötigen zusätzlich ein hohes Maß an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung. Dadurch werden ihre Angehörigen häufig genauso stark gebunden und belastet wie durch die eigentliche Pflege: Deshalb können zum Beispiel Pflegebedürftige mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich erhöhte Betreuungsleistungen aus der Pflegeversicherung erhalten. Dies ist auch Pflegestufenunabhängig möglich.

Ob jemand " einen erhöhten Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung" hat, richtet sich danach, ob und inwieweit "erhebliche Einschränkungen seiner Alltagskompetenz" vorliegen. Die entsprechende Einschätzung wird vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) vorgenommen.


Die zusätzlichen Betreuungsleistungen
Jeder Pflegebedürftige erhält den "Grundbedarf" von monatlich 104,00 EUR zur Verfügung gestellt. Sofern nach Einschätzungen des Gutachter des MDK´s ein "erhöhter Bedarf" vorliegt wird ein monatlicher Betrag in Höhe von  208,00 EUR zur Verfügung gestellt. Diese Beträge sind ausschließlich für qualitätsgesicherte Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu verwenden. Dazu gehören

bei der Pflege im häuslichen Bereich:

  • die Tagespflege
  • die Nachtpflege
  • die Kurzzeitpflege
  • zusätzliche Angebote von Pflegediensten zur allgemeinen Anleitung und Betreuung oder besondere Betreuungsangebote, z. B. Betreuungsgruppen für Alzheimerkranke.


Versicherte mit einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz erhalten ein höheres Pflegegeld bzw. eine höhere Sachleistung.

  • Pflegestufe 0:   Pflegegeld 123,00 EUR oder Sachleistung 231,00 EUR
  • Pflegestufe I:    Pflegegeld 316,00 EUR oder Sachleistung 689,00 EUR
  • Pflegestufe II:   Pflegegeld 545,00 EUR oder Sachleistung 1.1.298,00 EUR
  • Pflegestufe III:  Hier werden dieselben Leistungen wie bei pflegebedürftigen Personen ohne eine eingeschränkte Alltagskompetenz zur Verfügung gestellt. Pflegegeld 728,00 EUR oder Sachleistung 1.612,00 EUR.

bei der vollstationären Pflege:

  • Hierzu zählen Betreuungsprogramme die durch geschultes Personal in der Einrichtung in Anspruch genommen werden.


Ab Januar 2015 werden die niedrigschwelligen Betreuungsleistungen um niedrigschwellige Entlastungsleistungen ergänzt. Das heißt, dass der Leistungsbetrag dann auch für die Finanzierung von anerkannten Haushalts- und Serviceangeboten, von Alltagsbegleitern und für Aufwandsentschädigungen für einen nach Landesrecht anerkannten ehrenamtlichen Helfer herangezogen werden kann. Damit können beispielsweise auch Behördengänge oder Friedhofgänge unterstützt werden.

Wer ab dem Jahr 2015 seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistung nicht voll ausschöpft, kann zudem den nicht genutzten Betrag der Pflegesachleistung, maximal jedoch 50% des hierfür vorgesehenen Leistungsbetrages, für die niederschwelligen Betreuungs- und Entlastungsleistungen verwenden.


Wenn Sie zu den Leistungen der Pflegeversicherung weiteren Rat und Hilfe benötigen, wenden Sie sich bitte an die Kundenbetreuer der BKK-Pflegekasse.


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