Arzt- / Patientenbeziehung

Gute Beratung, wirksame Therapie

Diese Pflichten hat ein Arzt
Die ärztliche Sorgfaltspflicht gibt Ihnen zunächst einmal das Recht auf eine qualifizierte Behandlung. Das bedeutet für den Arzt auch gleichzeitig die Verpflichtung, nur Diagnose- und Therapieleistungen anzuwenden, die sich nach dem anerkannten Stand der Wissenschaft richten und Mitbehandler in die Therapie einzubinden, wenn dies erforderlich ist. Durch die Informations- und Aufklärungspflicht des Arztes haben Sie als Patient das Recht auf ein umfassendes Bild zu Diagnose, Therapie, relevanten Risiken und dem weiteren Vorgehen in der Behandlung.

Auch Behandlungsmaßnahmen selbst sind nur zulässig, wenn Sie zuvor Ihre Einwilligung dazu gegeben haben. Diese Einwilligung können Sie jederzeit zurücknehmen und ist nur dann nicht erforderlich, wenn Gefahr im Verzug ist (etwa bei lebensrettenden Maßnahmen oder zur Abwendung schwerer Gesundheitsschäden).

Eine Besonderheit stellt die ärztliche Schweigepflicht dar, die sogar über den Tod des Patienten hinaus fortdauert, denn Sie sollen Ihrem Arzt in allen Angelegenheiten, und nicht nur in medizinischen Fragen, bedenkenlos vertrauen können. Deshalb ist dem Arzt die Weiterleitung von personenbezogenen Informationen nur mit Ihrer Zustimmung oder auf der Grundlage bestimmter gesetzlicher Bestimmungen (z.B. Informationen an Mitbehandler) erlaubt.


Diese Pflicht haben Sie als Patient
Da Sie immer auch ein Stück Mitverantwortung für den Erfolg einer Behandlung tragen, sollten Sie die ärztlichen Maßnahmen entsprechend unterstützen (z.B. durch genaue Einnahme der verordneten Medikamente und durch Beachtung ärztlicher Anweisungen).


Das wünscht sich der Patient von seinem Arzt
Wer krank ist, hat Anspruch auf die notwendige medizinische Versorgung - entweder ambulant oder stationär. Von einer ambulanten Versorgung spricht man, wenn der Arzt sie in einer ärztlichen Praxis oder - ohne stationären Aufenthalt - in einer Tagesklinik oder der Ambulanz eines Krankenhauses durchführt. BKK-Versicherte können unter allen Ärzten, die als Vertragsarzt der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassen sind ("Kassenärzte"), frei wählen, sie können sich den Arzt ihres Vertrauens aussuchen. In jedem Falle setzt sich Ihre BKK für die bestmögliche Versorgung ein, wobei allerdings nicht alle angebotenen Therapien oder Behandlungen von uns übernommen werden dürfen.


Der schnelle Weg zur Genesung
Im Krankheitsfall ist es gewöhnlich empfehlenswert, zunächst den Hausarzt aufzusuchen. Nach Kenntnis der Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung wird er die Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie einleiten. Sofern ihm dies selbst nicht möglich ist - beispielsweise weil die Krankheit einen Spezialisten oder eine ergänzende technische Untersuchung (z. B. Röntgen) erfordert - wird er den Patienten an einen dafür in Frage kommenden Arzt überweisen. Falls erforderlich, wird er die Mitbehandlung anderer Vertreter der Gesundheitsberufe, wie Physio-, Psycho- und Sprachtherapeuten oder Pflegedienste, anregen. Dabei wird der Hausarzt den Patienten über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten informieren und ihn bei der Wahl der Therapiemethoden beraten.


Der "richtige Arzt"
Wann ist ein Arzt ein guter Arzt? Welcher Arzt ist der "richtige Arzt" für Sie? Die Frage, was einen guten Arzt ausmacht, ist nicht leicht zu beantworten. Was dem einen Patienten an einem Arzt gut gefällt, findet ein anderer vielleicht unangenehm. So wollen manche Patienten viel über ihre Krankheit erfahren und erwarten, dass der Arzt möglichst viel von sich aus erklärt. Andere wollen es gar nicht so genau wissen, fühlen sich von vielen Erklärungen überfordert und sind froh, wenn der Arzt ohne viele Worte seine Arbeit macht. Derselbe Arzt kann also von zwei Patienten ganz unterschiedlich beurteilt werden.

Ob jemand mit seinem Arzt zufrieden ist, wird zum einen natürlich stark davon bestimmt, ob dieser eine Lösung für das jeweilige gesundheitliche Problem findet, zum andern aber auch von den persönlichen Vorstellungen, den Gewohnheiten und dem individuellen Geschmack des Patienten. Während die einen lieber zu einem älteren Arzt gehen, der seit vielen Jahren eine Praxis betreibt, Ruhe ausstrahlt und bewährte Mittel verschreibt, wollen die anderen lieber von einem Arzt behandelt werden, der jünger ist und eine moderne Praxis mit vielen technischen Geräten führt. Ob ein Patient sich bei einem Arzt wohl fühlt, ob er ihm vertraut, hängt nicht zuletzt von seinen Erfahrungen und Ansichten, seinen Ansprüchen und seinem individuellen Umgang mit Gesundheit und Krankheit ab. Wer auf der Suche nach dem für ihn "richtigen Arzt" ist, sollte sich also zuerst seine eigenen Wünsche und Vorlieben bewusst machen.

Welche Kriterien lassen sich nun anlegen, um zu entscheiden, ob es sich bei einem Arzt um den guten Arzt für Sie handelt? Leider gibt es keine klaren Kriterien, anhand derer sich die Qualität der ärztlichen Leistung allgemeingültig einstufen lässt.

Außerdem ist es ein Unterschied, ob man einen Arzt sucht, zu dem man in größeren Zeitabständen zu einer Vorsorgeuntersuchung gehen will oder ob man wegen einer chronischen Erkrankung eine dauerhafte medizinische Betreuung benötigt. Und sicherlich macht es auch einen Unterschied, ob man auf der Suche nach einem Hausarzt ist oder ob man einen Facharzt für ein akutes Gesundheitsproblem sucht. Vielleicht können Sie Freunde, Verwandte oder Kollegen nach einer Empfehlung fragen.

Ungeachtet aller subjektiven Einstellungen und Ansichten gibt es einige objektive Kriterien, woran Sie einen guten Arzt messen können:


Telefonische Erreichbarkeit
Die Leitung ist nicht dauerbesetzt. Sie kommen allenfalls in eine Warteschleife oder können eine Nachricht auf Band hinterlassen und werden umgehend zurückgerufen.


Praxispersonal
Die Mitarbeiter empfangen Sie freundlich und betreuen Sie diskret und einfühlsam.


Wartezeiten
30 Minuten sind die oberste Grenze. Sonst erklären die Arzthelferinnen den Grund für die Verspätung. Oder sie sagen Ihnen bei der Anmeldung, wie lange Sie in etwa warten müssen. (So können Sie unter Umständen in der Zwischenzeit noch etwas erledigen.)


Die Praxis
Selbstverständlich ist sie sauber und hygienisch. Besonders schön ist es, wenn im Wartezimmer auch an Kinder gedacht wurde - z. B. mit Spielzeug oder Bilderbüchern.


Gespräch mit dem Arzt
Er hat so viel Zeit für Sie, dass Sie das Gefühl haben, er hat Ihr Problem genau verstanden. Erkundigt er sich auch umfassend? Fragt er zum Beispiel bei Krankheiten, die auch seelische Ursachen haben können, nach Ihren Belastungen? Beispiel: Migräne oder Magenbeschwerden - sie haben fast immer auch zu viel Stress als Ursache.


Therapie
Der Arzt erklärt Ihnen die einzelnen Schritte und wozu sie dienen, damit Sie gut mitarbeiten können. Er informiert Sie auch, wie Sie zukünftig vorbeugen können.


Überweisungen
Wenn er allein nicht helfen kann, kennt er gute Spezialisten oder Kliniken, an die er Sie verweist. (Ein Blick ins Telefonbuch genügt nicht.)


Kritikfähigkeit
Wie reagiert der Arzt, wenn Sie seine Therapie nicht akzeptieren wollen? Setzt er sich ernsthaft mit der Kritik auseinander, stellt er alternative Behandlungsmöglichkeiten vor?


Hausbesuche
Der Arzt sollte, falls notwendig, Hausbesuche oder Sondersprechstunden (abends, sonntags) anbieten. Können Sie ihn - natürlich nur in Notfällen - auch außerhalb der Sprechzeiten telefonisch erreichen?

Wenn Sie den Arzt nicht kennen, lassen sich sicher einige Punkte vorab durch einen Anruf in der Praxis klären. Oder Sie suchen den Arzt bei einer leichten Erkrankung oder im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung (z. B. Gesundheits-Check-up) auf, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. So haben Sie - anders als bei einem akuten Notfall - die Gelegenheit, in Ruhe und ohne Druck einen Arzt zu finden, mit dem Sie zufrieden sind und in dessen Praxis Sie sich wohl fühlen.


Der "richtige Patient"
Die Beziehung zwischen Ärzten und Patienten hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Viele Ärzte haben inzwischen anerkannt, dass Patienten auch Kunden sind, die einen Anspruch darauf haben, dass ihre Bedürfnisse akzeptiert und befriedigt werden. Patienten haben ein Recht darauf, ernst genommen, nach allen Regeln der ärztlichen Kunst behandelt und über die Risiken der Behandlung aufgeklärt zu werden. Es steht ihnen zu, Fragen zu stellen, und sie können erwarten, dass der Arzt ihnen ihre Fragen verständlich beantwortet. Und schließlich haben sie das Recht, eine Behandlung abzulehnen, wenn sie ihnen nach Abwägung aller Vor- und Nachteile nicht sinnvoll erscheint. Aber: Rechte zu haben ist das eine, diese Rechte durchzusetzen das andere. Hier sollten die Patienten etwas mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen und eine kleine Portion mehr Mut mitbringen.

Für das, besonders bei Krebspatienten, sensible Arzt-Patienten-Verhältnis können wir Ihnen auf Wunsch die Informationsbroschüre "Teamwork" der Deutschen Krebshilfe zu Verfügung stellen.

Wichtige Voraussetzungen für den Erfolg einer Behandlung sind gegenseitiges Vertrauen und die richtige "Chemie" zwischen Arzt und Patient. Wenn jeder Patient daran denkt, dass er nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten hat (z. B. die, Verordnungen und Ratschläge des Arztes einzuhalten und auch sonst an der Behandlung mitzuwirken), dann dürfte das berühmte Vertrauensverhältnis Arzt - Patient in den meisten Fällen schnell entstehen bzw. wiederhergestellt werden.

Im Vorfeld sollten Sie Ihre BKK oder unseren Gesundheitswegweiser mediLine fragen, wenn Sie sich über die Behandlungsmöglichkeiten bei Krankheiten und die finanziellen Aspekte einer Krankenbehandlung informieren möchten oder wenn Sie eine generelle Beratung zum Thema ambulante medizinische Versorgung/Arztwahl brauchen.

Eine gewisse Vorbereitung auf den Arztbesuch hilft Ihnen, dem Arzt kompetent gegenüberzusitzen und auch eigene Wünsche und Vorstellungen zu formulieren:

  • Schreiben Sie sich die Fragen auf, die Sie dem Arzt auf jeden Fall stellen wollen.
  • Wenn Sie sich in einer Arztpraxis meistens unwohl oder ein bisschen unbeholfen fühlen, wenn Sie Ihre Fragen nicht stellen können, weil Sie sie in der Aufregung vergessen, oder aus anderen Gründen eine vertraute Person dabei haben wollen, scheuen Sie sich nicht, eine Vertrauensperson zum Arztbesuch mitzunehmen. Jeder gute Arzt hat dafür Verständnis.
  • Sollte der Arzt, nach Ihrem Verständnis, kein "optimales" Bild abliefern, bedenken Sie bitte auch, dass er mitunter unter enormen Zeitdruck steht und ebenfalls verschiedenen Belastungen ausgesetzt ist (z.B. ungünstiger Krankheitsverlauf anderer Patienten, Arbeitsmenge). Auch ist den Medizinern oft nicht bewusst, dass ihre Fachbegriffe von anderen nicht verstanden werden.
  • Weitere Tipps, Checklisten und Fragebögen finden sie auf der Seite Vorbereitung auf den Arztbesuch

 

Und das sollten Sie zum (ersten) Arztbesuch mitnehmen:

  • Versichertenkarte und gegebenenfalls Überweisung  durch einen anderen Arzt
  • Informationen für den Arzt zu Ihren Vorerkrankungen (insbesondere chronische Erkrankungen) und den aktuellen Beschwerden; evtl. Unterlagen aus vorherigen Arztbesuchen (z. B. Röntgenbilder)
  • Informationen zu chronischen Erkrankungen in der Familie
  • Impf-, Krankheits-, Allergie-, Röntgenpass (falls vorhanden)
  • Patiententagebuch (falls vorhanden)
  • Liste mit den aktuell eingenommenen Medikamenten und den Hinweisen, wie häufig und in welchen Abständen Sie die Medikamente einnehmen (Statt einer Liste können Sie auch die Medikamentenpackungen mitnehmen.)
  • gegebenenfalls Notizen zum Krankheitsverlauf
  • Terminkalender für eventuelle erneute Terminabsprachen

Schweige- & Auskunftspflichten
Für Sie als Versicherter gilt nicht nur der Datenschutz durch Ihre BKK, sondern auch die ärztliche Schweigepflicht. Sie gilt für den Arzt, wie für andere Angehörige eines Heilberufes, auch über den Tod eines Patienten hinaus. Wird gegen diese Schweigepflicht verstoßen, macht man sich strafbar - es sei denn, der Patient hat zuvor sein Einverständnis erklärt.

Ihr Arzt kann aber notwendige Informationen an die BKK oder den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) weitergeben, denn Ihre Daten werden hier vertraulich behandelt.

Sollte die Praxis auf- oder übergeben werden, hat der Arzt, wenn Sie dies wünschen, Ihre Patientenakte an seinen Nachfolger weiterzuleiten. Röntgenaufnahmen sind allerdings das Eigentum des Arztes, der sie aber auf Anforderung seinen Kollegen zu Verfügung stellen muss. Wenn Sie selbst Abzüge der Röntgenaufnahmen wünschen, wird Ihr Arzt sie sicherlich, aber auf Ihre Rechnung, anfertigen. Verpflichtet ist er dazu aber nicht.

Bei Ihrer Krankenakte haben Sie selbst und von Ihnen ermächtigte Personen das Recht, sie einzusehen. Allerdings ist der Arzt in Ausnahmefällen berechtigt, Ihnen die Einsicht zu verweigern, z.B. wenn er neben den eigentlichen Befunden (Entlassungsberichte, Röntgenaufnahmen u. a.) auch seine eigenen Eindrücke in Ihren Unterlagen festgehalten hat. Es besteht dann aber immer noch die Möglichkeit, diese Passagen unkenntlich zu machen und Ihnen anschließend die Unterlagen auszuhändigen.

Zu Ihrer Information haben wir verschiedene Materialien zusammengestellt, die Ihnen die Kommunikation mit Ihrem Arzt erleichtern bzw. Ihnen selbst einen besseren Zugang zu Ihrer Erkrankung ermöglichen sollen:

1. Arztsuchservice 

2. Gesundheitsberatung


Alle zuvor beschriebenen Punkte gelten gleichwohl für das Verhältnis Patient/Zahnarzt. Im Bereich Zahnersatz gibt es darüber hinaus eine gesetzlich geregelte Gewährleistungspflicht.

Für Sie als Versicherter gilt nicht nur der Datenschutz durch Ihre BKK, sondern auch die ärztliche Schweigepflicht. Sie gilt für den Arzt, wie für andere Angehörige eines Heilberufes, auch über den Tod eines Patienten hinaus. Wird gegen diese Schweigepflicht verstoßen, macht man sich strafbar - es sei denn, der Patient hat zuvor sein Einverständnis erklärt.Ihr Arzt kann aber notwendige Informationen an die BKK oder den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) weitergeben, denn Ihre Daten werden hier vertraulich behandelt. Sollte die Praxis auf- oder übergeben werden, hat der Arzt, wenn Sie dies wünschen, Ihre Patientenakte an seinen Nachfolger weiterzuleiten. Röntgenaufnahmen sind allerdings das Eigentum des Arztes, der sie aber auf Anforderung seinen Kollegen zu Verfügung stellen muss. Wenn Sie selbst Abzüge der Röntgenaufnahmen wünschen, wird Ihr Arzt sie sicherlich, aber auf Ihre Rechnung, anfertigen. Verpflichtet ist er dazu aber nicht.Bei Ihrer Krankenakte haben Sie selbst und von Ihnen ermächtigte Personen das Recht, sie einzusehen. Allerdings ist der Arzt in Ausnahmefällen berechtigt, Ihnen die Einsicht zu verweigern, z. B. wenn er neben den eigentlichen Befunden (Entlassungsberichte, Röntgenaufnahmen u. a.) auch seine eigenen Eindrücke in Ihren Unterlagen festgehalten hat. Es besteht dann aber immer noch die Möglichkeit, diese Passagen unkenntlich zu machen und Ihnen anschließend die Unterlagen auszuhändigen.Zu Ihrer Information haben wir verschiedene Materialien zusammengestellt, die Ihnen die Kommunikation mit Ihrem Arzt erleichtern bzw. Ihnen selbst einen besseren Zugang zu Ihrer Erkrankung ermöglichen sollen.


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